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Was ist ein Bruderhahn?

Einige Geflügelhalterinnen und -halter, vor allem Bio-Betriebe, haben in den letzten Jahren mit der  Aufzucht von "Bruderhähnen" begonnen.

Hähne in Freilandhaltung
Quelle: Bruderinitiative Deutschland e.V

Die heute in den meisten Eiererzeugungsbetrieben gehaltenen Legehennen sind so gezüchtet, dass sie viele Eier legen. Fleisch setzen sie dagegen kaum an. Dafür gibt es extra gezüchtete Masthühnerrassen.

Auch die Hähne der Legehennen-Züchtungen setzen weniger und sehr viel langsamer Fleisch an und eignen sich daher nicht für eine wirtschaftliche Brathähnchenmast. Bisher hat man sie deswegen nach dem Schlupf aussortiert, getötet und an andere Tiere verfüttert. Lange Zeit haben die Eierkonsumentinnen und -konsumenten das entweder nicht gewusst oder einfach hingenommen. Nach und nach hat aber in der Gesellschaft ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Menschen wollten diese Praxis nicht länger tolerieren und forderten Alternativen.

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Vor Jahren begannen dann einige Geflügelhalterinnen und -halter mit der "Bruderhahn"-Aufzucht. Das heißt, sie mästen die männlichen Tiere der Legehennen-Zuchtlinien. Da ein Legehennen-Hahn während der viermal so langen Aufzucht aber viel mehr Futter braucht als ein Masthähnchen, muss er im Laden später auch deutlich teurer verkauft werden. Weil aber nur die wenigsten Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, den hohen Preiszuschlag zu bezahlen, haben sich einige Direktvermarkter und später auch Handelsketten für das System der Querfinanzierung entschieden. Das funktioniert so: Die Eier der Legehennen werden einige Cent teurer verkauft. Mit dem Mehrerlös können die männlichen Küken gemästet werden.

Bezogen auf die mehr als 45 Millionen aussortierten Legehähnchen pro Jahr, ist der Anteil der aufgezogenen Bruderhähne mit geschätzten 5 Prozent sehr gering. Im Grunde genommen ist die Aufzucht der Bruderhähne aber auch nur eine Zwischenlösung. Denn seit dem 1. Januar 2022 ist das Kükentöten verboten. Das Geschlecht der Tiere wird nun durch spezielle Techniken bereits im Ei festgestellt. Männliche Tiere, die aufzuziehen wären, schlüpfen dann erst gar nicht.

Die meisten der ökologischen Anbauverbände sprechen sich gegen die Geschlechtserkennung im Ei aus. Viele von ihnen haben aber zugesichert, ab 2022 alle Bruderhähne aufzuziehen. Langfristiges Ziel der Verbände ist die Verwendung von "Zweinutzungshühnern", die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen. Die Ökologische Tierzucht GmbH, die von den Verbänden Bioland und Demeter gegründet wurde, arbeitet bereits seit 2015 an der Züchtung solcher Tiere für die ökologische Haltung und kann inzwischen drei Rassen vorweisen, die sich in der Öko-Praxis bewährt haben.

Letzte Aktualisierung: 09. Dezember 2021


Weitere Informationen

Bruderhahn Inititative Deutschland

B&B Agrar: Eine Lösung für das Hähnchenproblem

Tierwohl-staerken.de: Hühnerleben: Mehr Schutz für männliche Küken

Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL): Video - Alternativen zum Töten männlicher Küken


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