Warum sind Apfelbäume in Obstplantagen so klein?
Letzte Aktualisierung: 9. Februar 2026
Apfel- und Birnbäume von landwirtschaftlichen Obstplantagen sind klein und schmal und sehen eher aus wie Hecken als wie Bäume. Warum?
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Apfel- und Birnbäume in heutigen Obstplantagen sind in der Regel nicht höher als drei bis maximal vier Meter und sehr schmal. Das war nicht immer so: Bis in die 1950er-Jahre fand man im erwerbsmäßigen Obstanbau noch großkronige und hochstämmige Apfelbäume. Unter den weit ausladenden Kronen wurde damals Ackerbau- und Viehhaltung betrieben.
Diese Anbauform wurde wegen des hohen Arbeitsaufwands für Ernte und Pflege immer unwirtschaftlicher. Dank intensiver Züchtungsarbeit wurden die Apfelbäume seitdem immer kleiner, kompakter und ertragreicher. Auf einer Fläche, auf der damals ein Baum stand, stehen heute etwa zehn bis zwanzig. Große Apfelbäume “wie früher” stehen heute noch auf Streuobstwiesen, wo sie vor allem für den Naturschutz angepflanzt werden.
Baumkrone beginnt in Kniehöhe
Im heutigen Erwerbsapfelanbau findet man meist nur noch sogenannte Niederstammformen, auch Büsche oder Buschbäume genannt. Kleine rundkronige Niederstammbäume – auch Superspindel oder Schlanke Spindel genannt – stehen so dicht nebeneinander, dass sie schon nach wenigen Jahren eine lockere Hecke bilden.
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Das Baumgerüst besteht dabei nur noch aus dem Stamm. Die Seitenachsen sind Fruchtriebe oder Fruchtäste, sodass die Früchte sehr nah am Stamm wachsen. Die Wuchshöhe der Bäume wird begrenzt, damit alle Früchte entweder direkt von Hand oder zumindest mit dem höhenverstellbaren Pflückwagen erreicht werden können. Ihre "Baumkrone" (Kronentragende Äste) beginnt bereits in einer Höhe von etwa 40 bis 60 Zentimetern.
Veredeln hält den Baum klein
Um die Wuchshöhe von Apfel- und Birnbäumen einzuschränken, werden sogenannte Edelsorten mit schwach wachsenden Unterlagen "verbunden", das heißt, diese verwachsen miteinander. Der Fachbegriff hierfür ist Veredelung. Die Unterlage bildet dabei den Wurzelteil. Darauf wird das Zweig- oder Knospenstück der Edelsorte gesetzt, daraus wächst dann die Baumkrone mit den Blättern, Blüten und Früchten.
Die veredelten Jungbäume erhöhen zwar die Kosten für die Neuanlage einer Apfelplantage, die Arbeitskosten für Ernte und Pflege werden durch diese Baumform jedoch enorm reduziert.
