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Welchen Boden habe ich in meinem Garten?

Die Bodenart hat großen Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Wer sie kennt, kann die Bearbeitung und die Pflanzen optimal darauf ausrichten.

Eine Person in blauer Jeans tritt auf einen Spaten, um ihn in die Erde zu stecken. Im Hintergrund befindent sich eine grüne Wiesenfläche.
Leichter oder schwerer Boden? Das lässt sich mit einem einfachen Test herausfinden.
Quelle: Zbynek Pospisil via Getty Images

Nur wenige Gärten verfügen über einen idealen Boden. Doch je mehr man über seinen Boden weiß, desto gezielter kann man ihn bearbeiten, düngen und die passenden Pflanzen auswählen. Allgemein wird oft von leichten oder schweren Böden gesprochen. Ob ein Boden leicht oder schwer ist, hängt von der sogenannten Bodenart ab, die großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.

Die Bodenart wird grob in drei Fraktionen unterschieden: Sand, Schluff und Ton. Die Einteilung basiert auf der Größe der Bodenkörner. Leichter Sandboden zeichnet sich durch besonders große Körner aus, während schwere Tonböden besonders feine Teilchen enthalten. Die Körnergrößen beim Schluff liegen etwa dazwischen, wobei ein reiner Schluffboden selten vorkommt. Lehmboden besteht aus einer Mischung aus Sand, Schluff und Ton.  

Der perfekte Boden ist selten

Die drei Hauptbodenarten haben sehr unterschiedliche Eigenschaften, die für das Wachstum von Pflanzen Vor- und Nachteile bieten. Sandböden sind wegen ihrer groben Struktur gut durchlüftet, erwärmen sich im Frühjahr schnell und können von Pflanzen leicht durchwurzelt werden. Außerdem lassen sie sich leicht bearbeiten. Dafür speichern Sandböden Nährstoffe und Wasser schlecht, so dass sie gezielter gedüngt werden müssen und in Trockenphasen mehr Bewässerung erfordern.

Schwerere Lehm- und Tonböden speichern dagegen sehr gut Wasser und Nährstoffe und sind damit tendenziell fruchtbarer. Allerdings bildet sich in schweren Böden schneller Staunässe, auf die viele Pflanzen empfindlich reagieren. Zudem sind sie schlechter durchlüftet und erwärmen sich entsprechend langsam, wodurch sich das Pflanzenwachstum im Frühjahr verzögert.

Per Hand wird die Bodenart und die Qualität bestimmt.
Von Hand lässt sich die Bodenart schnell und einfach bestimmen.
Quelle: piyaset via Getty Images

Sand besteht aus groben Körnern

Die Bodenart im eigenen Garten lässt sich grob mit einer einfachen Fingerprobe bestimmen. Dazu nimmt man etwas leicht feuchten Boden und rollt ihn in der Hand hin und her. Spürt und sieht man einzelne Körner und ist die Probe nicht formbar und zerfällt immer wieder, handelt es sich um Sandboden.

Schluff fühlt sich mehlig an. Die Körnung ist nicht sicht- oder fühlbar, die Probe hat eine raue Oberfläche und haftet kaum an den Händen. Toniger Boden klebt dagegen an den Händen und lässt sich gut formen und ausrollen. Die Oberfläche ist glatt und glänzend.

In der Praxis sind diese Fraktionen meist nicht klar getrennt. In der Regel gibt es Mischungen verschiedener Körnergrößen mit unterschiedlichen Anteilen. Eine günstige Mischung für den Garten ist ein Lehm-Sand-Boden, der die Vorteile beider Bodenarten kombiniert.

Organisches Material tut jedem Boden gut

Überwiegend sandige oder lehmige Böden lassen sich jedoch gezielt verbessern. So empfiehlt sich bei Sandböden eine stärkere Düngung mit organischem Material wie Laub oder Kompost. Dadurch erhöht sich das Speichervermögen für Wasser und es kommt zu einer gleichmäßigen Nährstofffreisetzung. Auch eine Gründüngung steigert die Fruchtbarkeit von Sandböden. Dabei werden geeignete Pflanzen wie zum Beispiel Senf, Lupinen oder Phacelia ausgesät und später einfach zerkleinert in den Boden eingearbeitet.

Im linken Bereich liegen diverse Essensreste, welche kompostiert werden sollen. Im linken Bereich zwei Hände, welche fertig kompostierte Erde halten.
Mit regelmäßigen Kompostgaben lässt sich fast jeder Boden verbessern.
Quelle: terra24 via Getty Images

Bei schweren Böden sollte man regelmäßig organisches Material wie Kompost einarbeiten. Das fördert die Mikro- und Makroorganismen im Boden, die dafür sorgen, dass sich die kleinen Lehm- und Tonpartikel zu größeren Krümeln verbinden. Je krümeliger die Struktur, desto mehr Hohlräume bilden sich. Hohlräume sorgen für eine bessere Durchlüftung und eine schnellere Erwärmung der Böden. Sie senken zudem das Risiko für Staunässe, weil Regenwasser leichter versickern kann. Ähnliche Effekte erzielt man auch durch das Einarbeiten von Sand.  

Auch den pH-Wert beachten

Um die passenden Pflanzen für den eigenen Garten zu finden, die mit geringem Aufwand optimal gedeihen, sollte man neben der Bodenart auch den pH-Wert des Bodens kennen. Denn er beeinflusst zum Beispiel, wie gut Pflanzen Nährstoffe aufnehmen können. Für die Bestimmung des Boden-pH-Wertes gibt es spezielle Test-Kits.

Das Optimum für den pH-Wert hängt von der Bodenart ab. Während auf Sandböden der Bereich zwischen 5,4 bis 5,8 optimal für das Pflanzenwachstum ist, liegt der ideale Wert für tonigen Lehm bei 6,9. Bei Gemischen aus Sand und Schluff sollte der pH-Wert je nach Mischungsverhältnis zwischen diesen Bereichen liegen. Während Böden durch natürliche Prozesse automatisch saurer werden (pH-Wert < 7), lassen sich zu niedrige pH-Werte durch regelmäßiges Kalken anheben.

Eine Hand zieht eine Möhre aus der Erde. Mehrere Möhren daneben befinden sich noch in der Erde.
Möhren wachsen besonders gut auf leichteren Böden, die sich schnell erwärmen.
Quelle: Avalon_Studio via Getty Images

Die Auswahl der Pflanzen an den Boden anpassen

Bei passenden pH-Werten eignen sich zum Beispiel Möhre, Zwiebel und Erbse gut für leichtere Böden, während Blumenkohl mittelschwere Böden mit guter Wasserversorgung benötigt. Apfel- und Kirschbäume wachsen am besten auf lehmigen Böden. Birne, Pflaume und Pfirsich bevorzugen dagegen leichtere Böden.

Obwohl man die Bodenqualität über eine gezielte Düngung und Kalkung verbessern kann, lassen sich die grundlegenden Eigenschaften einer Bodenart nicht verändern. Statt mit aufwändigen Maßnahmen an der Optimierung zu arbeiten, ist es deshalb besser, auf Pflanzen zu setzen, die gut mit den Eigenschaften des vorhandenen Bodens und des Standorts zurechtkommen. Je besser die Pflanzen zum Standort passen, desto geringer der Arbeitsaufwand für den Gartenbesitzer oder die Gartenbesitzerin.

Letzte Aktualisierung: 9. April 2024


Weitere Informationen

Kompost im Garten - Heft des Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (PDF)

Den eigenen Boden analysieren - Information des Naturschutzbunde Deutschland e.V.


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