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Klimaschonend gärtnern – wie geht das?

Wer das Glück hat, einen eigenen Garten zu besitzen, kann auf vielfältige Weise zum Schutz des Klimas beitragen.

Junge Frau recycelt getrocknete Blätter in den Komposter
Mit einer eigenen Kompostwirtschaft im Garten kann man den Humusgehalt im Boden steigern.
Quelle: Neyya via Getty Images

Klimaschutz im eigenen Garten beginnt beim Boden und bei der Düngung. Denn Böden sind in der Lage, große Mengen an klimaschädlichem CO2 zu speichern. Ziel sollte es sein, im Gartenboden Humus aufzubauen und diesen in einem ausgewogenen Gleichgewicht zu halten. Humus ist ein Gemisch aus abgestorbenen Pflanzenresten und Bodenlebewesen sowie deren Umwandlungsprodukten.

Humus bindet nicht nur große Mengen an CO2, sondern ist auch wichtig für die Pflanzenernährung und damit für die Fruchtbarkeit eines Bodens. Wer Humus aufbauen will, erreicht das vor allem mit organischem Dünger. Optimal ist eine Kompostwirtschaft, bei der man anfallende Pflanzenreste aus dem Garten und auch der Küche in einem Haufen aufschichtet. Das Material durchläuft dann bis zu zwölf Monate lang eine sogenannte Rotte und kann schließlich in Form von Kompost als Dünger ausgebracht werden.

Synthetische Dünger sind schlecht fürs Klima

Auf synthetische Mineraldünger, etwa für selbstgezogenes Gemüse oder den Rasen, sollte man dagegen verzichten. Denn die Herstellung von synthetischem Dünger ist sehr energieaufwändig und damit klimaschädlich.

Klimaschonend düngen bedeutet bedarfsgerecht düngen, das gilt auch für die Verwendung von organischem Dünger wie Mist oder Kompost. Häufig wird der Düngebedarf in privaten Gärten überschätzt. Wer sichergehen möchte, ob es an Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium oder Phosphor mangelt, kann seinen Gartenboden deshalb per Laboranalyse untersuchen lassen Diesen Service bieten einige Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) auch für Hobbygärtnerinnen und -gärtner an. In den meisten Fällen reicht eine mäßige Düngung mit Kompost völlig aus.

Gemüsegarten mit verschiedenen Pflanzen
Die passende Sortenauswahl für den eigenen Standort schafft gute Voraussetzungen für gesunde Kulturen.
Quelle: fotolinchen via Getty Images

Die richtige Pflanze "am richtigen Platz"

Eine genaue Betrachtung des eigenen Gartenstandortes als Grundlage für die Gartengestaltung zahlt sich in jedem Fall aus. Hierzu berücksichtigen Gärtnernde neben der Bodenart und den Lichtverhältnissen auch den Wasserhaushalt und mögliche benachbarte Bepflanzungen.

In einem klimafreundlichen Garten passen die Pflanzen zum Standort. Sie benötigen dadurch weniger Pflege, Wasser, Dünger und Pflanzenschutz.

Heimische und fremde Pflanzenarten kommen gleichermaßen in Frage – auch fremde Pflanzen können am passenden Standort pflegeleicht sein und Nahrung und Nistplätze für Tiere bieten.

Gärtnern in jedem Fall ohne Torf

Aus Gründen des Klimaschutzes sollten Gärtnernde in jedem Fall auf Torf verzichten. Torf stammt aus Mooren, die sehr große Mengen an CO2 speichern. Durch die Trockenlegung der Moore und den Abbau des Torfes , geht das gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre über. Jahrzehntelang war die Verwendung torfhaltiger Spezialerden im privaten Garten gängige Praxis. Mittlerweile gehören torffreie und torfreduzierte Hobbyerden in Gärtnereien und Gartencentern zum Standardsortiment.  Alternativ können interessierte Gartenbesitzerinnen und –besitzer aus Kompost, Gartenerde und verschiedenen Torfersatzstoffen wie Kokosfasern oder Rindenhumus eigene Blumenerden mischen.

Schlecht fürs Klima ist ein intensiv gepflegter Rasen, der häufig gemäht, gedüngt und bewässert wird. Dieser Aufwand lässt sich mit extensiveren Grünflächen wie Blumenrasen oder -wiesen deutlich verringern. Wichtig ist es zudem, den Rasenschnitt sinnvoll zu verwendenbeispielsweise im Komposthaufen, wo man die Grünmasse in mehreren dünnen Schichten einbringt.

Mit Rasenschnittgut Nährstoffkreisläufe schließen

Mann mäht mit einem Rasenmäher den Rasen im Garten
Wer seinen Rasen seltener mäht, düngt und bewässert, tut etwas fürs Klima.
Quelle: ArtMarie via Getty Images

Wird das Schnittgut dagegen nur auf einen Haufen geschüttet, beginnt das Material zu faulen und die enthaltenen Nährstoffe gehen verloren. Ideal ist es, den Rasen beim Schneiden gut zu zerkleinern und gleich auf der Fläche zu belassen oder ihn dünn auf Beeten zu verteilen. Kleinstlebewesen und Bakterien zersetzen den Grasschnitt und machen die darin enthaltenen Nährstoffe wieder verfügbar für die Pflanzen. So bleibt der Nährstoffkreislauf geschlossen.

Auch ein Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel beispielsweise gegen Pilze oder Insekten hilft, das Klima  zu schonen. Denn für Herstellung von Pflanzenschutzmitteln wird sehr viel Energie gebraucht. Damit erst gar kein Befall auftritt, setzt man im Garten am besten auf robuste Pflanzen, die gut  zum Standort und den klimatischen Gegebenheiten passen.

Marienkäfer und Blattläuse
Marienkäfer – fleißige Helfer für den biologischen Pflanzenschutz.
Quelle: Andrea Wilhelm - stock.adobe.com

Falls doch verstärkt Schädlinge auftreten, gibt es in vielen Fällen umweltfreundliche Alternativen wie etwa Brennnesseljauche gegen Blattläuse oder den Einsatz von Nützlingen wie Marienkäferlarven oder Florfliegen. Nicht zuletzt lassen sich Insektenraupen auch ganz einfach absammeln.

Herbizide, also chemische Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter, benötigen Hobbygärtnerinnen und -gärtner nicht. Sie mulchen ihre Beete und dämmen damit nicht nur das Wachstum von nicht erwünschten Pflanzen ein, sondern verbessern zudem den Temperatur- und Wasserhaushalt ihrer Böden.

Holz und Steine aus der Region

Außerdem lohnt es sich bei allen im Garten eingesetzten Materialien, auf die Herkunft zu achten. Braucht man zum Beispiel Steine für die Terrasse oder für eine Wegbefestigung, ist Material aus einem regionalen Steinbruch in Bezug auf die Klimabelastung immer die bessere Wahl, weil die Transportwege kurz bleiben.

Das gleiche gilt für Materialien aus Holz wie etwa Lauben, Zäune oder auch Gartenmöbel. Hier achtet man am besten auf Produkte aus nachhaltiger heimischer Holzwirtschaft. Auch die als besonders robust geltenden Tropenhölzer lassen sich  gut durch gerbstoffhaltige, heimische Hölzer wie Esskastanie oder Akazie ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 8. April 2022


Weiterführende Informationen

Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Informationen rund um den Hobbygarten

Naturschutzbund Deutschland NABU: Tipps fürs klimafreundliches Gärtnern

Landwirtschaftskammer NRW: Untersuchungsangebot für Haus- und Kleingärten


Mischen von Blumenerde

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