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Weißwein aus roten Trauben: Geht das?

Auch aus roten Trauben lässt sich Weißwein gewinnen, wenn man die Beerenschalen nicht mit vergärt.

Ein Glas mit Weißwein und frischen Trauben in rot und weiß auf einem Holzteller. Im Hintergrund eine Weinrebe mit grünen Blättern.
Weißwein lässt sich aus roten und weißen Trauben herstellen.
Quelle: WDnet via Getty Images

Es gibt landläufig die Meinung, dass aus roten Trauben Rotwein und aus weißen Trauben Weißwein gewonnen wird. Das ist nicht ganz richtig. Aus weißen Trauben kann man zwar keinen Rotwein machen. Aber man kann aus roten Trauben Weißwein gewinnen.

Möglich ist das, weil der Saft der meisten roten Weinbeeren farblos ist. Die rote Farbe steckt nämlich vor allem in der Beerenschale. Nur dann, wenn der Saft der roten Beeren zusammen mit den gequetschten oder gemahlenen Schalen und Kernen (Maische) zusammen eine gewisse Zeit lang vergoren wird – Fachleute nennen das Maischegärung – erhält man Rotwein. Bei der Maischegärung, die bis zu einen Monat dauern kann, lösen sich die Farbstoffe (Anthocyane) aus der Schale und gehen in den Most über. Gleichzeitig gehen auch Aromen und Gerbstoffe – die sogenannten Tannine –, die in der Schale stecken, in den Wein über. Sie sorgen für den charakteristischen Geschmack von Rotweinen.

Presst man die roten Trauben dagegen sanft aus und vergärt nur den auf diese Weise entstandenen "weißen" Most – ohne Maische – erhält man Weißwein.

Weinbeere, Weintraube – was ist was?

Die einzelnen Früchte einer Weinrebe nennt man Weinbeeren. Als Weintrauben bezeichnet man die Fruchtstände – bestehend aus Stielgerüst und Beeren. Umgangssprachlich werden die Begriffe "Traube" und "Beere" aber nicht immer sauber unterschieden.

Warum Weißwein aus roten Trauben?

Laut dem Deutschen Weininstitut gibt es verschiedene Gründe, warum Winzerinnen und Winzer weiße Weine aus roten Trauben herstellen. Zum einen können Winzereien, die überwiegend rote Sorten anbauen, auf diese Weise flexibel auf eine steigende Weißweinnachfrage reagieren. Zum anderen ergibt sich aber auch ein positiver Nebeneffekt für die Rotweinherstellung: Denn wird vor der Maischegärung der helle Most abgezogen, verändert sich das Verhältnis der Schalen zum Saft in der Maische. Daraus ergeben sich besonders komplexe und farbintensive Rotweine.

Weißweine aus roten Trauben gelten unter Weintrinkern zudem als Spezialität. Denn diese Weine zeichnen sich durch besondere Fruchtaromen und Säuregehalte aus. Sie haben sogar einen eigenen Namen: Sie heißen "Blanc de Noir" – auf Deutsch "Weißer aus Schwarzen" – und dienen mitunter als Grundlage für einige Champagner.

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Quelle: gunnar3000 - stock.adobe.com

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Letzte Aktualisierung: 20. Dezember 2021


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